15 Dezember 2007

Schnee, Schnee,.......Schneewalzer tanzen wir

Ein verschneites, ereignisreiches Wochenende liegt hinter mir.
So viiiel Neuschnee, der die Stadt erstrahlen laesst.
Unten mein neuer Kumpel, der leider noch keinen Namen hat.
Laut Wetterbericht wird er noch eine Weile in Chicago verweilen.
Mada und ich haben hier wirklich eine Meisterleistung hinge-
legt wenn man bedenkt, dass wir es mit reinem
Pulverschnee zu tun hatten.

Auf dem Weg zu Mada...



Folgendes spielte sich gestern ab.
Bevor es hier kalt und nass geworden ist,
war es erstmal ziemlich heiss:

seite 1
Eine Sirene aus weiter Ferne laesst mich so langsam aufwachen. Ich schaue auf die Uhr. 8:45 Uhr. Ja, sage ich mir..., ist eine gute Zeit, um aufzustehen. Die Sirene kommt naeher. Verschlafen ordne ich das Signal einer Feuerwehr zu. Noch eine Sirene. Beide werden immer lauter. Noch waehrend ich denke, dass es bestimmt schoenere Weckrufe gibt, endet die Melodie. Allerdings mit einem abschliessenden Ton, der eindeutig signalisiert, dass die Feuerwehren an dem Ort angekommen sind, an den sie wollen. Moment, sie sind nicht vorbeigefahren! Ich lausche, ob ich eventuell den Feueralarm im Haus ueberhoert habe. Nichts. Komisch. Ich gehe zum Fenster und tatsaechlich, zwei blitzblank geputzte Feuerwehren stehen vor meinem Haus. Okay, nicht weiter wild! Vor drei Wochen befand ich mich der gleichen Situation, nur dass es mitten in der Nacht war. Nach ca. 15 Minuten war das Spektakel vorbei, da es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte. Ausserdem gibt es diesmal keinen nervigen Alarmton in meiner Etage. Ich gehe ins Bad, mache mich fertig, koche ich mir einen Kaffee, schaue aus dem Fenster: Noch mehr Feuerwehren! Ich oeffne die Tuer meines Appartements. Plaste. Eindeutig verkohlter Plastemief in der Luft! Ich schaue den Flur entlang und irgendwie sieht es rauchig aus. Alles ruhig. Ob die Nachbarn schon evakuiert worden sind, waehrend ich unter der Dusche war?


Ich gehe zurueck in die Wohnung und oeffne das Fenster. Aber es stinkt draussen genauso wie im Haus. Mittlerweile hat sich der Mief auch in der Wohnung breit gemacht. Ich schliesse das Fenster und beobachte die Leute unten vor dem Haus. Sie sehen nicht aus wie Hausbewohner, eher wie Schaulustige. Ich schaue mich im Zimmer um und ueberlege, was zu den Siebensachen gehört, die ich mitnehme. Pass, Flugticket und die Dinge, um die mich Chris gebeten hat, falls es mal brennt. Ich packe den Rucksack. Was mache ich mit den Weihnachtseinkaeufen? Unmoeglich, alles mitzunehmen. Mit der Hoffnung, dass die Bude nicht abbrennt, verlasse ich die Wohnung. Welchen Ausgang nehme ich jetzt? Den Notausgang, der sich gleich mir gegenueber befindet? Ich schaue um die Ecke, den Flur hinunter. Nachbarn! Okay, sie kommen mir entgegen, was so viel heisst, dass mein erster Gedanke mit dem Notausgang richtig war. Ich warte auf die beiden und wir gehen hintereinander die Stufen runter.


seite 2
Uii... der Rauch wird dichter! Ich versuche die Luft so lange wie moeglich anzuhalten. Beim Einatmen presse ich meinen Schal vor Mund und Nase. Ich denke, wenn der Gestank eine Gesicht haette, wuerde er jetzt so gucken wie ich. Gerade als ich beschliesse, dass dies die absolute Kotzgrenze ist, fragt mich auch schon ein Feuerwehrmann ob ich "upset" bin. Wie kommt er denn darauf? "NO, SIR!", entgegne ich ihm so cool wie moeglich und er weist uns Dreien einen anderen Weg zu. Durch die Walkie-Talkies hoere ich bei den entgegenkommenden Feuerwehrmaennern die Info, dass drei Leute auf den Weg nach unten sind. Ha, das sind bestimmt wir! Eine Tuer geht auf. Frische Luft. Es ist die Aussentreppe, die uns den Weg nach unten ermoeglicht. Jene Eisengittertreppe, die hier an jedem Haus haengt und die doch eigentlich fuer fluechtende Gangster gemacht ist. Wir sind noch nicht ganz unten, da ruft auch schon einer der Feuerwehrmaenner, dass das Feuer aus ist. Auch gut! Gut fuer die Weihnachtsgeschenke.



Noch auf der Treppe sehe ich einen jungen Typen, der von Feuerwehrleuten gestuetzt weggetragen wird. Er ist so aufgeloest, dass er vergessen hat, zu laufen. Unten stehen doch tatsaechlich noch andere Hausbewohner. Wir werden in die Haus-Lobby gebeten. Der Weggetragene ist auch da. Er heult. Ein Typ von der Feuerwehr knipst ununterbrochen Bilder von den 30 anderen Feuerwehrleuten. Der Weggetragene wird auf einer Bahre festgeschnallt und rausgeschoben. Die Firefighter, die neu in die Lobby kommen, werden mit Handschlag und Schulterklopfen von ihren Kollegen begruesst. Viele sind vom Qualm gezeichnet. Ich studiere ihre Namen, die in grossen Lettern auf den Jacken stehen. Immer wieder Blitze vom Fotografen. Heldenstimmung in der Lobby. Der Oberste von allen gibt den Jungs die Info, dass ihr Job erledigt ist. Uns, den Hausbewohnern lehrt er, das naechste mal nicht die Wohnung zu verlassen. Dies sei der sicherste Ort und man wird natuerlich gerettet, wenn es gefaehrlich wird. Okay..., aber es hat schon verdammt brenzlig gerochen! Ausserdem ist das erst mein zweiter Feueralarm. Und ueberhaupt ...

Keine Kommentare: